Frühkindliche Zahngesundheit

Neue S3-Leitlinie empfiehlt Stillen als Präventionsbaustein
Die S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderungen“, verfasst u.a. von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnmedizin (DGKiZ), geht auch auf die Einflüsse des Stillens auf Aspekte wie Mundatmung, frühkindliche Karies und Zahnfehlstellungen ein.
Untersucht wurden in der S3-Leitlinie insgesamt 30 gesundheitsrelevante Endpunkte bei Mutter und Kind – darunter Infektions- und Stoffwechselerkrankungen im Kindesalter sowie Aspekte der mütterlichen Gesundheit. Ein Teil der Leitlinie beschäftigt sich darüber hinaus mit der Mund- und Zahngesundheit.
Mundatmung
Eine bevorzugte Mundatmung könne zu „Schnarchen und Apnoen, Mundgeruch, Mundtrockenheit, Zahnfleischentzündungen und Karies“, „Lernstörungen und einer Verminderung der Lebensqualität“ führen. Mundatmung habe zudem „teilweise weitreichende Folgen für das orofaziale System“. Das Autorenteam nennt etwa die Entwicklung schmaler Kiefer, Malokklusion der Zähne und fehlenden Lippenschluss. „Mangelnde Muskelspannung der orofazialen Muskulatur – als mögliche Ursache und Folge der bevorzugten Mundatmung – kann Probleme beim Sprechen, Kauen und Schlucken nach sich ziehen“. Stillen bzw. das Saugen an der Brust stärke die orofaziale Muskulatur des Kindes. Der Leitlinie zufolge könnte eine Gesamtstilldauer von mehr als zwölf Monaten im Vergleich zu einer kürzeren Stilldauer einen schützenden Effekt gegenüber einer bevorzugten Mundatmung haben.
Frühkindliche Karies
Muttermilch könne aufgrund seiner antibakteriell wirkenden Stoffe kariesprotektiv sein. „Die Biomechanik des Stillens, die sich von derjenigen des Trinkens aus der Flasche unterscheidet, und bei der die Milch beim Saugakt in den weichen Gaumen gepresst und geschluckt wird, ohne auf den Zähnen zu verbleiben, kann ggf. ebenfalls kariesprotektiv wirken“, betonen die Autorinnen und Autoren der Leitlinie.
Zahnfehlstellungen
Die Leitlinie befasst sich auch mit dem Zusammenhang des Stillens mit der Entwicklung von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Laut dem Autorenteam werde die orofaziale Muskulatur durch das Saugen an der Brust stärker gefordert als durch das Saugen an der Flasche. Dies könne positive Auswirkungen haben und die Entstehung von Zahn- und Kieferfehlstellungen vermindern.

